Um in der heutigen Geschäftswelt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen neue Ideen und Konzepte umsetzen. Doch die Umsetzung birgt auch Gefahren. Was, wenn ein neues Produkt nicht vom Markt akzeptiert wird? Was, wenn die Umsetzung kostenintensiver ist als geplant?
Um hier die Risiken zu minimieren, setzen Unternehmen oft auf Pilotprojekte. Hierbei werden Testläufe in einem kleinen Maßstab durchgeführt, um wertvolle Daten vor der endgültigen Umsetzung zu erhalten.
In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Pilotprojekte wissen müssen. Von der Planung und der Ausführung bis hin zur Auswertung. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Schritte und Vorteile.
Testen Sie Asana für das ProjektmanagementEin Pilotprojekt (englisch: pilot project), auch Versuchsprojekt oder Modellprojekt genannt, ist ein zeitlich begrenzter Testlauf, bei dem die Durchführbarkeit eines Vorhabens in kleinem Rahmen geprüft wird.
Egal ob es sich um neue Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder Strategien handelt – mit einem Pilotprojekt lässt sich herausfinden, ob das Vorhaben für ein Team oder ein Unternehmen realisierbar ist.
Pilotprojekte werden in kleinem Rahmen durchgeführt, liefern aber in der Regel aussagekräftige Ergebnisse, die auf eine Skalierung übertragbar sind. So lassen sich nicht nur Machbarkeit, sondern auch Schwächen und Risiken frühzeitig identifizieren.
Pilotprojekte kommen in verschiedensten Branchen zum Einsatz, etwa in diesen Bereichen:
KI-Funktionen: Softwareunternehmen testen KI-Funktionen wie Asana AI zunächst mit einem ausgewählten Kundenstamm, bevor sie diese vollständig freigeben. So erhalten sie wertvolles Feedback und können Fehler frühzeitig beheben.
Big Data: Neue Analyse-Strategien oder KI-Funktionen lassen sich zunächst auf einem kleinen Datensatz erproben. Erweisen sie sich als erfolgreich, werden sie unternehmensweit ausgerollt.
Softwareentwicklung: Dasselbe gilt auch für die Entwicklung von neuen App-Funktionen, etwa ein neues Kontaktformular. Vorab werden diese an einer kleinen Benutzergruppe getestet, bevor sie allen Benutzern zur Verfügung gestellt werden.
Neben der Prüfung von Machbarkeit und Risiken bieten Pilotprojekte weitere Vorteile:
Risikominimierung: Die Methode ermöglicht es Ihnen, Schwächen oder unerwartete Probleme frühzeitig zu erkennen und Anpassungen vorzunehmen.
Optimierungsmöglichkeiten: Ein Pilotprojekt liefert wertvolle Daten und auch Feedback, was die Grundlage für Optimierungen bildet.
Kostengünstig: Im Vergleich zu einer vollständigen Umsetzung sind die Kosten hier deutlich geringer.
Bessere Planung: Die gewonnenen Informationen geben wertvolle Informationen über den Erfolg und die Skalierbarkeit. Sie helfen dabei, die Planung für die Umsetzung des echten Projekts zu vereinfachen.
Damit Ihr Pilotprojekt gelingt, sollten Sie bereits in der Planungsphase einige zentrale Aspekte berücksichtigen. Die folgenden Schritte führen Sie durch den Prozess.
Bevor Sie mit dem Rollout starten, müssen Sie klare Ziele festlegen. Was möchten Sie mit dem Testlauf erreichen, und auf welche Erkenntnisse legen Sie Ihren Fokus? Beispiele sind die erhöhte Effizienz einer neuen Funktion oder die Anzahl der Neukunden durch eine neue Marketingstrategie.
Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Ziele klar und spezifisch formulieren, im besten Fall nach dem SMART-Prinzip. Dieses steht für
Spezifisch
Messbar
Attraktiv
Relevant
Terminierbar
Ein Beispiel für ein Ziel könnte etwa lauten: Wir möchten eine KI-Funktion im Kundenmanagement einführen, um innerhalb der nächsten drei Monate die Bearbeitungszeit von Anfragen um 20% zu reduzieren.
Sobald Sie und Ihr Team sich auf ein Ziel geeinigt haben, wird es Zeit, den Umfang zu definieren. Legen Sie in diesem Schritt fest, welche Bereiche oder Abteilungen in den Test miteinbezogen werden.
Wichtig ist, dass der Umfang klein genug ist, um schnell Erkenntnisse zu entwickeln, und groß genug, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. In diesem Schritt legen Sie auch die Deadlines für die verschiedenen Abteilungen fest, um einen klaren Plan zu haben.
Kommen wir zu unserem Beispiel zurück: Sie binden den Kundenservice ein, der die neue KI-Funktion zwei Monate lang testet. Im letzten Monat sammeln Sie die Ergebnisse und vergleichen diese mit der Arbeit ohne KI-Funktion.
Ein Pilotprojekt ist sowohl vom zeitlichen Rahmen als auch vom Ressourcenbedarf her kleiner als ein reguläres Projekt. Nichtsdestotrotz müssen Sie die Ressourcen vorab planen.
Achten Sie darauf, dass den Beteiligten alle notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sollten aber auch nicht zu viele Ressourcen beansprucht werden, um den regulären Alltag nicht zu sehr zu stören.
In unserem Beispiel binden Sie 50 % der Mitarbeiter im Kundenservice ein. Vorab nehmen diese an einem zweitägigen Workshop teil, um die Funktionsweise kennenzulernen und korrekt anzuwenden.
Ein Pilotprojekt muss für Sie immer aussagekräftige Ergebnisse liefern. Daher ist es wichtig, sich auf die richtigen Kennzahlen (KPIs) zu konzentrieren. Diese sollten spezifisch, messbar und an die übergeordneten Ziele des Projektes gekoppelt sein.
In unserem Beispiel konzentrieren Sie sich auf zwei Kennzahlen, die Bearbeitungszeit und die Kundenzufriedenheit. Wichtig ist, dass die Bearbeitungszeit um 20% gesenkt werden kann, ohne dass die Kundenzufriedenheit darunter leidet.
Nach der Planung folgt die Durchführung. Da jedes Projekt anders verläuft, gibt es keine feste Schritt-für-Schritt-Anleitung, aber die folgenden Best Practices helfen Ihnen, die besten Ergebnisse zu erzielen.
Bereits während der Planung beschäftigen Sie sich damit, welche Abteilungen oder Bereiche in Ihr Pilotprojekt eingebunden werden sollen. Wichtig ist, dass alle relevanten Stakeholder an dem Projekt teilnehmen. Dies sind aber nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch das Management und vielleicht sogar externe Berater. Identifizieren Sie diese Stakeholder früh genug.
Jeder Stakeholder sollte seine Rolle in diesem Testlauf klar verstehen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie vor allem zu Beginn Schulungen durchführen. Dies können einfache Meetings sein, aber auch Workshops oder Seminare eignen sich hier gut. Ihre Entscheidung hängt hauptsächlich von der Größe des Teams ab.
Auch die Kommunikation selbst ist wichtig. Jeder Stakeholder sollte verstehen, welche Ziele das Pilotprojekt verfolgt und welche Erwartungen bestehen.
Das wichtigste Ziel Ihres Pilotprojekts ist das Sammeln von wertvollen Daten. Aber auch das Feedback zum Projekt selbst ist wichtig. Haben Mitarbeiter etwa Bedenken über die richtige Umsetzung, sollten Sie dieses Feedback ernst nehmen und eventuell Anpassungen am Projekt selbst vornehmen.
Sobald Ihr Projekt fertiggestellt wurde, ist es an der Zeit, die gesammelten Daten zu analysieren. Konnten die gesetzten Ziele erreicht werden? Funktionieren die neuen Prozesse oder Funktionen besser?
Nutzen Sie die Daten, die Sie haben, um fundierte Entscheidungen über zukünftige Implementierungen zu treffen.
Haben Sie etwa Schwächen oder Probleme erkannt? Dann sollten Sie festlegen, wie und in welchem Zeitrahmen Sie diese beheben. Wie schwerwiegend diese Probleme sind und wie Sie damit umgehen sollten, lässt sich pauschal nicht sagen.
Kleine Probleme, die nur in seltenen Fällen auftreten, lassen sich möglicherweise zu Beginn ignorieren. Diese können später durch Updates behoben werden. Gravierende Fehler, die bei jeder Nutzung auftreten, lassen sich jedoch nicht verschieben und müssen korrigiert werden.
Am Ende des Projekts muss ein Projektbericht erstellt werden. Dieser beinhaltet die Ziele, die Durchführung, die Ergebnisse und die zukünftigen Empfehlungen.
Der Bericht informiert Beteiligte und Management und bildet die Grundlage für weitere Entscheidungen.
Selbst bei sorgfältiger Planung können Pilotprojekte scheitern, wenn bestimmte Stolpersteine nicht beachtet werden. Die folgenden Fehler treten in der Praxis besonders häufig auf.
Unklare Zielsetzung: Ohne präzise formulierte Ziele lässt sich der Erfolg eines Pilotprojekts nicht messen. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten dieselben Erwartungen haben.
Falscher Umfang: Ein zu kleines Pilotprojekt liefert keine aussagekräftigen Ergebnisse. Ein zu großes Pilotprojekt verbraucht unnötig Ressourcen und verliert den Charakter eines Testlaufs.
Fehlende Unterstützung durch das Management: Ohne die Rückendeckung der Führungsebene fehlen oft die nötigen Ressourcen und die Bereitschaft, auf Basis der Ergebnisse Entscheidungen zu treffen.
Feedback ignorieren: Wenn Rückmeldungen der Beteiligten nicht ernst genommen werden, gehen wertvolle Erkenntnisse verloren. Regelmäßige Feedback-Runden sind daher unverzichtbar.
Keine klaren Erfolgskriterien: Definieren Sie vorab messbare Kennzahlen, anhand derer Sie den Erfolg des Pilotprojekts bewerten. Ohne diese Kriterien bleibt die Auswertung subjektiv.
Wie ein schrittweiser Ansatz in der Praxis aussehen kann, zeigt das Beispiel von Spotify. Das Unternehmen setzt seit 2013 auf Asana und hat die Nutzung nach und nach auf weitere Teams ausgeweitet.
Das Creative-Operations-Team von Spotify konnte die Produktion von Werbekampagnen für Kunden um 50 % pro Monat steigern. Durch die Einführung von Asana-Formularen und automatisierten Regeln wurden manuelle Tätigkeiten reduziert und Arbeitsanfragen zentral erfasst.
Im Bereich Scaled Marketing Services verdoppelte Spotify die Kapazitäten seiner internen Projektmanager für Werbekampagnen. Optimierte Prozesse und eine zentrale Informationsquelle in Asana machten zeitaufwändige Status-Meetings überflüssig.
Das Netzwerkinfrastruktur-Team nutzt Asana, um Technologieimplementierungen für neue Niederlassungen weltweit zu koordinieren. Die Provisionierung und Deprovisionierung von Nutzern erfolgt automatisiert über die Identitäts- und Zugriffsverwaltungsplattform des Unternehmens.
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Projekte mit Asana planenEin Pilotprojekt hilft Ihnen, neue Ideen in einem kontrollierten Rahmen zu testen, bevor Sie umfangreiche Ressourcen investieren. Drei Punkte sind dabei entscheidend: Definieren Sie klare Ziele und messbare Kennzahlen, binden Sie alle relevanten Stakeholder frühzeitig ein und nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse systematisch für die Skalierung.
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