In der heutigen Geschäftswelt sehen wir uns vielen verschiedenen Alternativen gegenübergestellt. Welche Software sollte verwendet werden? Wo wird der Standort für das Unternehmen sein?
Mit der großen Anzahl an verschiedenen Alternativen ist es nicht gerade einfach, dass man richtige Entscheidungen trifft. Hier können verschiedene Methoden Abhilfe schaffen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die Nutzwertanalyse. Eine Methode, welche eine Entscheidungshilfe für alle Führungsinstanzen im Unternehmen darstellt.
Projekte mit Asana planenDie Nutzwertanalyse ist eine Entscheidungsmethode, bei der verschiedene Alternativen anhand gewichteter Kriterien bewertet und verglichen werden. Sie wird auch als Punktwertverfahren oder Scoring-Modell bezeichnet und kommt sowohl auf Managementebene als auch im Projektmanagement zum Einsatz.
Das Punktwertverfahren ist gerade für Investitionsvorhaben sehr hilfreich, bei denen nicht nur quantitative Kriterien wichtig sind, also Kosten, Gewinne oder Rentabilität. Hier ist es wichtig, über klassische statische bzw. dynamische Investitionsrechnungen hinauszudenken und das Scoring-Modell zu verwenden. Somit kann man die verschiedenen Nutzwerte einfach miteinander vergleichen.
Mit diesem Modell lassen sich alle Kriterien einbinden, die wichtig für die Investition bzw. Entscheidung sind. Hierbei kann man quantitative und qualitative Kriterien nutzen.
Die Nutzwertanalyse besteht aus fünf Schritten. Im Folgenden erfahren Sie, wie jeder Schritt funktioniert, inklusive eines praktischen Beispiels.
Im ersten Schritt der Nutzwertanalyse geht es darum, alle zur Verfügung stehenden Alternativen zu definieren. In diese Liste integrieren Sie all jene Alternativen, die für Sie am wahrscheinlichsten in Frage kommen.
Während es sinnvoll sein kann, so viele Alternativen wie möglich aufzuschreiben, kann dies jedoch auch kontraproduktiv sein. Ist die Liste zu lang, wird auch das Scoring-Modell aufwendiger. Als Faustgröße wäre es ideal, wenn Sie maximal 5 verschiedene Alternativen in diesem Schritt festlegen.
Nehmen wir folgendes Beispiel an: Sie sind als Projektmanager damit beauftragt, ein neues Produkt zu entwickeln und an den Markt zu bringen. Ihr Team ist eher auf die Entwicklung und Produktion spezialisiert, daher möchten Sie die Marketing-Tätigkeiten an eine Agentur outsourcen. Dazu stehen Ihnen nach einer ersten Recherche drei Alternativen zur Verfügung, die einen professionellen ersten Eindruck vermitteln.
Asana für Manager – jetzt testenIm nächsten Schritt definieren Sie alle Bewertungskriterien, die für die Entscheidung relevant sind. Dies können messbare Kriterien wie Kosten oder Erlöse sein, aber auch nicht messbare Faktoren wie Benutzerfreundlichkeit oder Design.
Wichtig ist, dass Sie diese Liste nicht zu sehr überladen. Es sollten all jene Kriterien sein, die wirklich einen Einfluss auf die Entscheidung haben könnten. Solange die Liste nicht über 10 Nutzwertanalyse Kriterien hat, sind Sie auf jeden Fall gut dabei.
Sie können hier auch gleich K.O.-Kriterien festlegen. Wenn dieses Kriterium nicht erfüllt wird, können Sie die Alternative gleich ausschließen und müssen sich nicht mehr damit beschäftigen.
Beispiel: Sie möchten die drei Marketingagenturen nun bewerten. Dazu definieren Sie die folgenden Bewertungskriterien:
Stundensatz
Expertise
Nähe zum Unternehmensstandort
Kommunikation
Referenzen
Methode
Sie haben jetzt die verschiedenen Kriterien bewertet. Nicht jedes Kriterium ist gleich wichtig ist. Damit die Nutzwertanalyse auch eine fundierte Entscheidung erbringt, sollten Sie die Kriterien gewichten.
Hinterlegen Sie daher jedes Kriterium mit einem Prozentsatz. Achten Sie darauf, dass die Summe der Einzelgewichtungen 100% ergibt.
Beispiel: Da das Projekt sehr zeitaufwendig ist und Sie nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung haben, ist der Stundensatz aus ihrer Sicht das wichtigste Bewertungskriterium. Auch die Kommunikation definieren Sie als wichtiges Kriterium, damit die Marketing-Maßnahmen auch unternehmenskonform gestaltet werden. Folgende Gewichtungen der Bewertungskriterien legen Sie daher fest:
Stundensatz: 30%
Kommunikation: 25%
Expertise: 20%
Referenzen: 10%
Methode: 10%
Nähe zum Unternehmensstandort: 5%
Im vierten Schritt bewerten Sie jede Alternative anhand aller Kriterien. Welchen Bewertungsmaßstab Sie definieren, bleibt Ihnen überlassen.
In den meisten Fällen wird ein Punktesystem von 1 (schlecht) bis 10 (sehr gut) verwendet. Eine Punktebewertung ist ideal, da im nächsten Schritt mit diesen Werten weitergerechnet wird.
Die Bewertung sollte idealerweise nicht alleine getroffen werden, da es hier zu einer gewissen Subjektivität kommen kann. Dies betrifft gerade die nicht messbaren Kriterien. Ein Meeting mit all jenen Mitarbeitern und Führungskräften, die an der Entscheidung beteiligt sind, ist sehr sinnvoll.
Kostenfreie TagesordnungsvorlageBeispiel: Sie haben als Projektmanager ein Meeting mit dem gesamten Projektteam veranstaltet. Dort haben Sie die Alternativen und Kriterien besprochen und verglichen. Sie haben eine Punkteskala von 1 bis 10 verwendet und sind bei Ihrer Nutzwertanalyse nun auf folgende Matrix gekommen:
Im vorherigen Schritt haben Sie die Alternativen anhand der Kriterien bewertet und Punkte vergeben. Diese Punkte werden jetzt mit dem jeweiligen Gewichtungsfaktor multipliziert und addiert.
Das Ergebnis ist dann eine einzelne Zahl, der Nutzwert. Was sagt der Nutzwert aus? Nun, man sollte sich für die Alternative mit dem höchsten Gesamtnutzwert entscheiden. Diese ist Ihrer Recherche und Gewichtung nach das Ergebnis mit dem höchsten Gesamtnutzen.
Beispiel: Sie haben nun die Alternativen ausgewertet und sind auf folgende Endergebnisse gekommen:
Alternative 1: 8,75
Alternative 2: 8,7
Alternative 3: 8,3
Das Ergebnis spricht für die Alternative 1, da diese die höchste Punktzahl erzielt hat. Diese sollten Sie auch wählen, da sie den besten Gesamtnutzwert hat.
Sie haben nun ein Ergebnis mit dem höchsten Gesamtnutzwert. Sie können sich direkt für diese Alternative entscheiden.
In der Praxis stellt sich jedoch oft die Frage, ob dieses Ergebnis robust ist. Eine Sensitivitätsanalyse hilft, die Ergebnisse zu überprüfen.
Dabei werden die Gewichtungen leicht verändert, um zu prüfen, ob die beste Alternative weiterhin vorne liegt. Bleibt das Ergebnis stabil, ist diese Alternative in der Regel die richtige Wahl.
Die Nutzwertanalyse als Bewertungsverfahren bringt definitiv einige Vorteile mit sich. Diese wären:
Transparenz: Durch das Scoring-Modell wird für alle Beteiligten schnell ersichtlich, warum Sie sich für eine gewisse Alternative entschieden haben. So legen Sie mit der Nutzwertanalyse offen, welche Kriterien entscheidend waren, wie die Gewichtung der Kriterien war und wie das jeweilige Kriterium bewertet wurde.
Quantitative und qualitative Kriterien: Herkömmliche Investitionsrechnungen werden auf Basis von messbaren Kriterien gefällt. Die Punktwertanalyse erlaubt es, auch nicht messbare Kriterien in die Entscheidung zu integrieren.
Teamentscheidung: Die Entscheidung kann idealerweise im Team durchgeführt werden. So können die einzelnen Bewertungen diskutiert werden. Durch die Einbeziehung der Mitarbeiter verstehen diese die Entscheidung auch besser und werden intrinsisch motiviert.
Es gibt jedoch nicht nur positive Seiten der Nutzwertanalyse. Die folgenden Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie das Scoring-Modell verwenden möchten.
Zeitaufwand: Je mehr Alternativen und Kriterien festgelegt werden, umso eher entscheiden Sie sich für die beste Alternative. Dafür wird das Verfahren jedoch auch viel zeitaufwendiger. Achten Sie darauf, ein gesundes Mittelmaß zu erzielen.
Subjektivität: Die Bewertung von nicht messbaren Kriterien wird immer einer gewissen Subjektivität unterliegen. Um dies zu verhindern, sollten Sie die Entscheidung im Team fällen.
Überlappende Kriterien: Die Kriterien sollten sich nie überlappen, denn dies kann zu Verzerrungen und falschen Ergebnissen führen. Die Kriterien der Nutzwertanalyse sollten klar voneinander getrennt sein.
Die Nutzwertanalyse eignet sich besonders dann, wenn Sie mehrere Alternativen anhand qualitativer und quantitativer Kriterien vergleichen möchten. Je nach Ausgangslage kann jedoch eine andere Methode zielführender sein.
Methode | Geeignet für | Besonderheit |
Nutzwertanalyse | Komplexe Entscheidungen mit mehreren Kriterien | Berücksichtigt qualitative und quantitative Faktoren |
Investitionsentscheidungen mit messbaren Größen | Fokus auf monetäre Aspekte | |
Pro-und-Contra-Liste | Schnelle Einschätzungen mit wenigen Faktoren | Einfach und schnell erstellt |
Szenarien mit Abhängigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten | Visualisiert Entscheidungspfade |
In der Praxis lassen sich diese Ansätze kombinieren: Schließen Sie zunächst offensichtliche Optionen mit einer Pro-und-Contra-Liste aus und bewerten Sie die verbleibenden Alternativen mit der Nutzwertanalyse.
Die Nutzwertanalyse liefert die methodische Grundlage für fundierte Entscheidungen. Ihr voller Nutzen entfaltet sich jedoch erst, wenn Kriterien, Bewertungen und nächste Schritte an einem zentralen Ort festgehalten werden.
Ein Beispiel: Yıldız Ventures, der Venture-Capital-Arm von Yıldız Holding, arbeitete mit einem 300-köpfigen Team über verteilte Tools wie E-Mail, Chat und Tabellenkalkulationen. Es fehlte eine zentrale Plattform für Projekte und Bewertungsprozesse.
Die Lösung: Yıldız Ventures bündelte sämtliche Workflows in Asana, mit Formularen für Anfragen, Regeln zur Automatisierung und Dashboard-Berichten für den Überblick. Die Ergebnisse:
40 % schnellere Geschäftsprozesse durch zentralisierte Workflows
35 % weniger unproduktive Aufgaben und 80 % mehr strategische Arbeit
50 % schnellere Bewertung von Deals im Investment-Team
Über 1.000 Deals erfolgreich in Asana nachverfolgt
Genauso wie die Nutzwertanalyse komplexe Entscheidungen durch Kriterien und Gewichtungen strukturiert, schafft Asana die Infrastruktur, um diese Prozesse im Team umzusetzen und nachzuverfolgen. Wenn Sie Ihre Entscheidungsprozesse klarer und effizienter gestalten möchten, starten Sie jetzt mit Asana.
Der Nutzwert ergibt sich, indem Sie die Bewertung einer Alternative pro Kriterium mit der jeweiligen Gewichtung multiplizieren und anschließend alle Teilwerte addieren. Die Alternative mit dem höchsten Gesamtwert ist in der Regel die beste Wahl.
Beide Begriffe werden oft ähnlich verwendet, doch die Nutzwertanalyse bezeichnet im Unternehmenskontext das strukturierte Vorgehen mit festgelegten Kriterien, Gewichtungen und Punktebewertung.
Eine kompakte Liste von maximal zehn Kriterien ist am hilfreichsten, so bleibt die Bewertung nachvollziehbar und gut vergleichbar.
Ja, gerade bei qualitativen Kriterien verbessert ein gemeinsamer Bewertungsprozess die Nachvollziehbarkeit und hilft, unterschiedliche Perspektiven früh einzubeziehen.
Wenn Sie Entscheidungen, Kriterien und nächste Schritte an einem Ort organisieren möchten, legen Sie mit Asana los.