Der Prozess der Ideenfindung kann oftmals langwierig und schwierig sein. Daher vertrauen Unternehmen und Teams auf Kreativitätstechniken, um in kürzerer Zeit mehr Ideen zu generieren.
Neben dem klassischen Brainstorming gibt es viele Varianten, darunter das Starbursting. Bei dieser Methode geht es zunächst nicht darum, Ideen zu finden, sondern systematisch Fragen zu stellen.
Kostenlose Vorlage für Team-BrainstormingsStarbursting ist eine Kreativitätstechnik, bei der Teilnehmende systematisch Fragen zu einem zentralen Thema oder Problem entwickeln, bevor sie Lösungen erarbeiten. Die Methode ist eine Abwandlung des klassischen Brainstormings (auf Deutsch auch „Gedankenblitz" genannt) und stellt sicher, dass ein Problem aus allen relevanten Blickwinkeln betrachtet wird.
Der Name leitet sich von den sechs W-Fragen ab, die sternförmig um das zentrale Thema angeordnet werden:
Wer?
Was?
Wann?
Wo?
Warum?
Wie?
Da Starbursting den Schwerpunkt auf Fragen statt auf Antworten legt, können Teams tief in ein Thema eintauchen und Probleme grundlegend analysieren.
Mehr aus Brainstorming-Sessions herausholen: Beim klassischen Brainstorming dominieren oft einzelne Personen die Diskussion. Starbursting beginnt mit dem Erstellen von Fragen, was es allen Beteiligten erleichtert, aktiv mitzuarbeiten.
Remote-Teams: Starbursting eignet sich besonders für verteilte Teams, da die Methode gut mit einem digitalen Canvas durchgeführt werden kann. Fragen und Antworten lassen sich digital speichern und sind für alle Beteiligten jederzeit einsehbar.
Grundkonzepte entwickeln: Die Starbursting-Technik verhindert, dass sich Teams in Details verzetteln, indem der Fokus zunächst auf die richtigen Fragen gelegt wird. So werden alle wichtigen Aspekte geklärt, bevor die Ausarbeitung beginnt.
Die Starbursting-Methode folgt sechs Schritten, die Sie von der Themendefinition bis zur Lösungsfindung führen.
Definieren Sie zunächst das Thema oder Problem, das Sie mit Starbursting bearbeiten möchten. Je klarer die Themenstellung, desto gezielter können die Beteiligten Fragen formulieren und Lösungen erarbeiten.
Bereiten Sie vor dem Meeting die passenden Materialien vor. Für Präsenz-Sessions eignet sich ein Whiteboard oder ein großes Blatt Papier mit Stiften und Haftnotizen. Für virtuelle Treffen benötigen Sie ein Tool, mit dem alle Teammitglieder gleichzeitig Notizen erstellen können.
Eine hilfreiche Lösung ist Asana, wo Sie eine eigene Aufgabe für die Starbursting-Session erstellen können. Alternativ bieten sich Brainstorming-Tools mit grafischer Übersicht an, wie etwa Figma.
Zeichnen Sie einen sechszackigen Stern, indem Sie sechs Striche ausgehend von der Mitte zeichnen. Lassen Sie in der Mitte genug Platz für das zentrale Problem oder die Herausforderung.
An den Enden der Striche notieren Sie die sechs W-Fragen:
Wer?
Was?
Wann?
Warum?
Wo?
Wie?
Laden Sie alle relevanten Stakeholder zur Starbursting-Sitzung ein. Klären Sie als Moderator zu Beginn den Ablauf, die verfügbare Zeit und die erwartete Anzahl an Fragen pro Kategorie.
Anschließend beginnt das eigentliche Brainstorming: Die Beteiligten formulieren zu jeder der sechs Kategorien passende Fragen. Bei einem Minimum von drei Fragen pro Kategorie entstehen mindestens 18 Fragen.
Nach einer kurzen Pause beginnt die zweite Phase: Die Beteiligten erarbeiten passende Antworten auf jede Frage. Planen Sie für diesen Abschnitt ausreichend Zeit ein, da er viel Kreativität erfordert.
Speichern Sie die Ergebnisse zentral, damit sie für alle Beteiligten zugänglich sind. Mit einer Work-Management-Software wie Asana können Sie die Ergebnisse direkt in Aufgaben mit einzelnen Unteraufgaben überführen.
Asana-Workflows erkundenFür Teams, die an herkömmliche Brainstorming-Sitzungen gewöhnt sind, kann Starbursting eine Umstellung sein. Die folgenden Best Practices helfen bei der Umsetzung:
Klare Moderation: Der Moderator hat die Aufgabe, den Ablauf des Meetings ausführlich zu erklären. Die erste Phase dient nur zur Ausarbeitung von Fragen, die zweite Phase zu deren Beantwortung. Dazu sollten auch klare zeitliche Limits festgelegt werden.
Aufteilung anpassen: Sind nur wenige Teilnehmer am Starbursting beteiligt, sollte jeder Teilnehmer zu jeder Kategorie Fragen ausarbeiten. Bei sehr vielen Teilnehmern kann es sinnvoll sein, diese in verschiedene Kategorien aufzuteilen.
Visualisierung: Brainstorming funktioniert in den meisten Fällen besser, wenn der Prozess gut visualisiert ist. Ein passendes Diagramm mit Tools wie Figma kann hierbei sehr hilfreich sein.
Wie sieht Starbursting in der Praxis aus? Stellen Sie sich ein Produktteam vor, das eine neue Projektmanagement-Funktion entwickeln soll. Das Team zeichnet den sechszackigen Stern auf ein Whiteboard und beginnt systematisch, Fragen zu formulieren:
Wer sind die Hauptnutzer dieser Funktion, und wer ist an der Entscheidung beteiligt?
Was genau soll die Funktion leisten, und was unterscheidet sie von bestehenden Lösungen?
Wann wird die Funktion am häufigsten genutzt, und wann muss sie einsatzbereit sein?
Wo entstehen derzeit Engpässe im Workflow, und wo soll die Funktion integriert werden?
Warum ist diese Funktion notwendig, und warum jetzt?
Wie soll die Funktion technisch umgesetzt werden, und wie messen wir den Erfolg?
Ein anschauliches Beispiel für den Nutzen systematischer Fragenstellung liefert Lucid. Das Programm-Management-Team unter Senior Director Michelle Fisher stand vor der Herausforderung, die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu organisieren. Vor dem Einsatz von Asana war die Kommunikation auf vier verschiedene Plattformen verteilt, was zu Informationsverlust und Verzögerungen führte.
Durch systematisches Hinterfragen von Zuständigkeiten, Engpässen und Übergabeprozessen schuf das Team klare Strukturen. Alle Projekte wurden auf die Unternehmensziele ausgerichtet und die Ergebnisse zentral in Asana dokumentiert.
Wie jede Kreativitätstechnik hat auch Starbursting Stärken und Schwächen. Die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:
Umfassende Problemanalyse: Durch die sechs W-Fragen wird ein Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. So werden wichtige Aspekte seltener übersehen.
Gleichberechtigte Teilnahme: Da zunächst nur Fragen gesammelt werden, fällt es auch zurückhaltenden Teammitgliedern leichter, sich einzubringen.
Strukturierter Prozess: Die klare Aufteilung in Fragen- und Antwortphase gibt dem Meeting einen nachvollziehbaren Ablauf.
Flexibel einsetzbar: Starbursting funktioniert sowohl vor Ort als auch remote und lässt sich auf unterschiedliche Themen anwenden.
Zeitaufwand: Die getrennte Bearbeitung von Fragen und Antworten erfordert mehr Zeit als ein klassisches Brainstorming.
Moderationsaufwand: Ohne eine erfahrene Moderation kann die Fragenphase unproduktiv verlaufen, wenn sich die Teilnehmenden in zu allgemeinen oder redundanten Fragen verlieren.
Nicht für jedes Problem geeignet: Bei sehr einfachen Fragestellungen kann die Methode überdimensioniert wirken. Sie entfaltet ihren Nutzen vor allem bei komplexen, vielschichtigen Themen.
Starbursting ist nur eine von vielen Methoden zur Ideenfindung. Je nach Zielsetzung und Teamgröße eignen sich unterschiedliche Techniken. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick:
Methode | Fokus | Ideal für | Teilnehmende |
Starbursting | Systematische Fragenentwicklung vor der Lösungsfindung | Komplexe Probleme, neue Produkte, strategische Planung | 3 – 10 Personen |
Freie Ideensammlung ohne Bewertung | Kreative Ideenfindung in der Frühphase | 4 – 12 Personen | |
Schriftliche Ideensammlung, jeder notiert unabhängig | Introvertierte Teams, Remote-Zusammenarbeit | 3 – 8 Personen | |
SCAMPER | Gezielte Veränderung bestehender Ideen durch sieben Operatoren | Produktverbesserung, Prozessoptimierung | 2 – 6 Personen |
Mind Mapping | Visuelle Darstellung von Zusammenhängen und Unterthemen | Themenstrukturierung, Wissensorganisation | 1 – 5 Personen |
Starbursting hilft Teams, Probleme systematisch zu durchleuchten, bevor vorschnelle Lösungen entstehen. So starten Sie: Definieren Sie das zentrale Thema, bereiten Sie den Stern mit den sechs Fragekategorien vor und planen Sie ausreichend Zeit für beide Phasen ein.
Mit einer Work-Management-Plattform wie Asana gelingt dieser Prozess besonders effizient. Sie können die Fragen und Antworten direkt in Aufgaben überführen, Verantwortlichkeiten zuweisen und den Fortschritt nachverfolgen.
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