Seien wir ehrlich: Wie oft am Tag ärgern wir uns über Dinge, die wir eigentlich gar nicht kontrollieren können? Der Arbeitskollege, der die Aufgabe nicht rechtzeitig erledigt hat? Der Berufsverkehr, dem wir jeden Tag ausgesetzt sind?
Jeden Tag könnten Sie sich über so viele Dinge ärgern. Oder auch nicht! Denn mit dem Circle of Influence von Stephen R. Covey lernen Sie, wie und worauf Sie tatsächlich Einfluss nehmen können. In diesem Artikel möchten wir näher auf den Circle of Influence eingehen, was dieses Konzept besagt und wie es uns dabei helfen kann, unsere Ziele zu erreichen.
Und wenn wir schon bei Zielen sind: Mit Asana können Sie einfach und unkompliziert Ziele für Ihre Arbeit und Ihre Projekte erstellen, diese verfolgen und überwachen. Mehr dazu hier!
Ziele mit Asana setzen und erreichenDer Circle of Influence (auf Deutsch „Einflussbereich") ist ein Konzept aus Stephen Coveys Buch „The 7 Habits of Highly Effective People" (deutsch: „Die 7 Wege zur Effektivität", auf Englisch). Es beschreibt die Bereiche im Leben, auf die Sie durch Ihre Handlungen Einfluss nehmen können, auch wenn Sie nicht die direkte Kontrolle darüber haben.
Das Modell unterscheidet drei Bereiche: den Circle of Concern (Sorgenbereich), den Circle of Influence (Einflussbereich) und den Circle of Control (Kontrollbereich).
Der Kreis der Bedenken stellt den äußeren Kreis dar. Er umfasst Dinge, die uns zwar betreffen und beschäftigen, die aber außerhalb unserer Kontrolle liegen.
Beispiele sind globale Ereignisse, politische Entwicklungen oder die Verhaltensweisen anderer Menschen. So sehr wir es versuchen, einen direkten Einfluss auf diese Dinge haben wir nicht.
Der Kreis des Einflusses umfasst viele Dinge, die Sie wahrscheinlich im Alltag beschäftigen, über die Sie aber nicht direkt entscheiden können. Dennoch haben Sie in diesem Bereich die Möglichkeit, durch Ihre Handlungen einen Einfluss auszuüben.
Nehmen wir als Beispiel ein neues Marketingprojekt. Als Mitarbeiter im Marketing möchten Sie eine Kampagne vorschlagen. Ob diese Kampagne durchgeführt wird, entscheiden nicht Sie. Wenn Sie aber eine gründliche Marktanalyse durchführen, die Kampagne ordentlich gestalten und überzeugend präsentieren, erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen und beeinflussen so die Entscheidung maßgeblich.
Kostenlose Vorlage für Marketing-ProjektpläneDer Kreis der Kontrolle ist der innerste Kreis. Er umfasst Dinge, auf die Sie direkt Einfluss nehmen können: Ihre eigenen Handlungen, Ihre innere Einstellung und Ihre Reaktionen auf Ereignisse.
Beispiele sind Ihre Arbeitsweise, Ihre täglichen Routinen und Ihre Essgewohnheiten. In diesem Bereich haben Sie die volle Autonomie, was zugleich bedeutet, dass Sie die Verantwortung für die Gestaltung dieses Kreises tragen.
Kreis | Beschreibung | Beispiele |
Circle of Concern | Dinge, die Sie beschäftigen, aber nicht beeinflussen können | Globale Ereignisse, politische Entwicklungen, Verhalten anderer |
Circle of Influence | Dinge, die Sie indirekt durch Handlungen beeinflussen können | Teamdynamik, Kundenzufriedenheit, Kampagnenentscheidungen |
Circle of Control | Dinge, die Sie direkt kontrollieren können | Eigene Arbeitsweise, Einstellung, Reaktionen, Routinen |
Doch wie lässt sich das Modell im Alltag konkret nutzen? Das Verständnis der drei Kreise bringt drei zentrale Vorteile.
Vorteil | Wirkung |
Stressreduktion | Akzeptanz unkontrollierbarer Faktoren spart Energie |
Veränderter Blickwinkel | Fokus auf persönliche Verantwortung und Handlungsspielraum |
Zielerreichung | Effektivere Ziele durch Konzentration auf Einfluss- und Kontrollbereich |
Im Alltag lassen wir uns häufig von Dingen stressen, die im Circle of Concern liegen und damit außerhalb unseres Einflussbereiches. Wenn wir das nicht erkennen, rauben uns diese Themen Energie, die wir für produktive Aufgaben nutzen könnten.
Indem wir verstehen und akzeptieren, dass diese Dinge nicht in unserer Verantwortung liegen, gewinnen wir Energie für die Bereiche zurück, in denen wir tatsächlich etwas bewirken können.
Das Konzept des Circle of Influence von Stephen Covey betont ausdrücklich, wie wichtig die persönliche Verantwortung ist. Gerade im Circle of Control und im Circle of Influence haben wir mehr oder weniger direkt einen Einfluss auf unser Leben.
Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unseren Fokus im Alltag genau auf diese Bereiche richten. Wichtig dabei ist, dass wir uns auf beide Bereiche konzentrieren:
Im Circle of Control haben wir die volle Kontrolle und daher auch die volle Verantwortung. Es obliegt uns selbst, mit welcher Einstellung wir in den Arbeitsalltag starten oder wie wir anderen Teammitgliedern begegnen.
Im Circle of Influence haben wir nicht die volle Kontrolle. Trotzdem sollten wir unseren eigenen Einfluss in diesem Bereich nie unterschätzen. Zudem können wir ihn aktiv erweitern.
Ziele sind effektiver, wenn sie sich auf Dinge im Circle of Influence und Circle of Control beziehen. Indem wir unsere Energie auf diese Bereiche konzentrieren, erzielen wir schneller Fortschritte und verwirklichen unsere Ziele.
Der Circle of Influence entfaltet seinen vollen Nutzen, wenn Sie ihn systematisch in Ihren Arbeitsalltag integrieren. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen dabei, das Modell konkret anzuwenden und Ihren Fokus gezielt auf die richtigen Themen zu lenken.
Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und schreiben Sie alle beruflichen Themen auf, die Sie aktuell beschäftigen. Projektfristen, Teamkonflikte, Marktveränderungen – notieren Sie alles, ohne zu filtern. Ziel ist es, einen vollständigen Überblick über Ihre aktuelle Gedankenwelt zu bekommen.
Zeichnen Sie die drei Kreise auf ein Blatt Papier oder ein Whiteboard. Ordnen Sie anschließend jedes Thema einem der drei Bereiche zu:
Circle of Control (Kontrollbereich): Dinge, die Sie direkt steuern können, zum Beispiel Ihre Tagesplanung oder Ihre Reaktion auf Feedback.
Circle of Influence (Einflussbereich): Dinge, die Sie indirekt beeinflussen können, etwa die Teamdynamik oder die Kundenzufriedenheit.
Circle of Concern (Sorgenbereich): Dinge, die Sie zwar beschäftigen, auf die Sie aber keinen Einfluss haben, wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder Entscheidungen der Geschäftsführung.
Konzentrieren Sie Ihre Energie auf die Themen im Kontroll- und Einflussbereich. Definieren Sie für jedes dieser Themen einen konkreten nächsten Schritt, den Sie zeitnah umsetzen können. Für Themen im Sorgenbereich üben Sie sich in Akzeptanz: Notieren Sie, warum diese außerhalb Ihres Einflusses liegen, und legen Sie sie bewusst beiseite.
Wiederholen Sie diese Übung wöchentlich. So trainieren Sie Ihren Fokus Schritt für Schritt und reduzieren unproduktives Grübeln nachhaltig.
Wie wirkungsvoll diese Fokussierung sein kann, zeigt das Beispiel von Trendhim, einem dänischen E-Commerce-Unternehmen für Herrenmode. Durch die konsequente Priorisierung ihrer Aufgaben mit Asana konnte das Team den Anteil an unproduktiver „Arbeit rund um die Arbeit" deutlich reduzieren und sich stärker auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren. Erfahren Sie, wie Asana auch Ihr Team dabei unterstützen kann.
Um das Konzept greifbar zu machen, betrachten wir drei typische Situationen aus dem Arbeitsalltag.
Führungskraft im Change-Prozess
Eine Abteilungsleiterin erfährt von einer geplanten Umstrukturierung. Die strategische Entscheidung liegt im Circle of Concern – sie kann daran nichts ändern. Anstatt in Frustration zu verfallen, richtet sie ihren Fokus auf den Circle of Influence: Sie bereitet ihr Team auf die bevorstehenden Veränderungen vor, führt offene Gespräche und stärkt gezielt den Zusammenhalt in der Abteilung.
Projektmanager mit Ressourcenengpass
Ein Projektmanager kann das Gesamtbudget nicht erhöhen – das fällt in den Circle of Concern. Stattdessen nutzt er seinen Einflussbereich: Er priorisiert die vorhandenen Ressourcen effizienter und verhandelt mit den Stakeholdern alternative Lösungsansätze, um das Projekt trotz begrenzter Mittel voranzubringen.
Teammitglied mit Prozessfrustration
Ein Teammitglied ist frustriert über ineffiziente Meetings. Anstatt auf eine unternehmensweite Veränderung zu warten, nutzt es den Circle of Control: Es schlägt eine klare Agenda für Besprechungen vor und setzt Zeitlimits für Diskussionspunkte. So verbessert sich die Meetingkultur im direkten Umfeld, ohne dass eine Entscheidung von oben nötig ist.
Aus der Praxis: Trendhim
Trendhim, ein dänisches E-Commerce-Unternehmen mit 110 Mitarbeitenden in 8 Abteilungen, nutzte die Prioritätsfunktion in Asana, um Aufgaben auf ihren Boards gezielt zu sortieren. So konnte das Team die Aufgabenpriorisierung verbessern und gleichzeitig von 20 auf 130 Mitarbeitende wachsen, ohne die Übersicht zu verlieren. Entdecken Sie, wie Asana Ihre Teamarbeit stärken kann.
Der Circle of Influence ist kein statischer Kreis. Sie können ihn erweitern, indem Sie aktiv an Ihren Fähigkeiten, Ihrem Wissen und Ihrer Kommunikation arbeiten. Im Folgenden finden Sie drei bewährte Ansätze.
Eine kritische Selbstreflexion ermöglicht es Ihnen, Ihre Stärken und Schwächen zu erkennen. Dies ist der erste Schritt, um gezielt an sich selbst arbeiten zu können. Denn wenn Sie Ihre Stärken kennen, können Sie diese zu Ihrem Vorteil nutzen. Und wenn Sie Ihre Schwächen kennen, können Sie daran arbeiten.
Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Ihren Circle of Influence zu erweitern.
Bildung und kontinuierliche Weiterentwicklung sind entscheidend, um Ihren Einflussbereich zu erweitern. Nehmen wir dazu ein einfaches Beispiel: Nehmen wir an, Sie möchten beruflich aufsteigen. Aktuell gibt es aber eine starke wirtschaftliche Schwankung, auf die Sie natürlich keinen Einfluss haben.
Sie könnten sich über die wirtschaftliche Ausgangslage aufregen. Oder Sie könnten sich beruflich weiterbilden, Kurse absolvieren und sich mit Experten in Ihrem Bereich austauschen, um in einer besseren Lage zu sein, um auf der Karriereleiter aufzusteigen.
Ihr Netzwerk spielt eine entscheidende Rolle bei der Erweiterung des Circle of Influence. Im beruflichen Umfeld lässt sich dies einfach erklären. Nehmen wir an, Sie möchten in den Bereich „Immobilien" wechseln. Wenn Sie niemanden aus diesem Bereich kennen, sind die Einstiegschancen eventuell schlechter und Sie müssen sich womöglich zu Beginn mit nicht so gut bezahlten Jobs zufriedengeben.
Wenn Sie allerdings einen erfolgreichen Immobilienmakler oder einen Geschäftsführer aus diesem Bereich kennen, können Sie Ihr Netzwerk nutzen, um leichter in diese Branche einzusteigen.
Der Circle of Influence bzw. das allgemeine Konzept von Stephen R. Covey basiert auf einer spannenden und wichtigen Idee: Wir sollten unsere Energie und unsere Ressourcen nur auf die Dinge konzentrieren, auf die wir auch tatsächlich einen Einfluss haben.
Auch im Projektmanagement lässt sich dieses Konzept nutzen. Als Projektmanager haben Sie im Circle of Control Einfluss auf die Projektziele, den Zeitplan, das Budget und die Ressourcen. Sie können diese Faktoren so gestalten, dass das Projekt auf Kurs bleibt.
Im Circle of Influence sind die Interaktionen mit Stakeholdern, dem Projektteam und anderen relevanten Parteien angesiedelt. Sie haben zwar keinen direkten Einfluss auf deren Verhalten, können jedoch durch eine effektive Kommunikation und eine herausragende Teamführung einen positiven Einfluss ausüben.
Verbessern Sie mit Asana die Kommunikation im TeamDer Circle of Concern umfasst externe Rahmenbedingungen. Diese können zwar das Projekt beeinflussen, liegen aber außerhalb der eigenen Kontrolle. Sie sollten daher nicht allzu viel Energie und Ressourcen in diesem Bereich verschwenden.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei Trendhim arbeiten 8 Abteilungen abteilungsübergreifend in Asana zusammen. Durch die klare Zuordnung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten konnte das Team die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen deutlich verbessern und den Fokus auf beeinflussbare Ergebnisse richten. Sehen Sie sich an, wie Asana die Zusammenarbeit in Ihrem Team verbessern kann.
Der Circle of Influence, den Stephen R. Covey in seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität" beschrieben hat, ist mehr als ein theoretisches Modell – er ist ein praktisches Werkzeug für den Arbeitsalltag. Wer seine Energie konsequent auf kontrollierbare und beeinflussbare Bereiche konzentriert, reduziert Stress, steigert die eigene Wirksamkeit und erreicht Ziele schneller. Gerade im Projektmanagement hilft das Modell dabei, klare Prioritäten zu setzen und die Zusammenarbeit im Team zu stärken. Nutzen Sie ein Work-Management-Tool wie Asana, um Aufgaben und Ziele sichtbar zu machen und den Fokus auf das zu richten, was wirklich zählt.