Update: Im neuen Update haben wir die Inhalte dieses Artikels aktualisiert.
Die heutige Arbeitswelt ist von vielen verschiedenen neuen Entwicklungen geprägt. Ein großes Schlagwort ist hier die «Nachhaltigkeit». Ein bewusster Konsum und Umgang mit den gegebenen Ressourcen, eine effizientere Produktion in Bereichen wie dem Fertigungsprozess oder ein nachhaltiges Wirtschaften, all das fällt unter den Begriff der Nachhaltigkeit.
Der Drang zur Nachhaltigkeit ist der Grund dafür, dass viele neue Geschäftsmodelle entstehen, wie etwa die Sharing Economy. Das Grundprinzip dahinter ist einfach: Statt sich etwas zu kaufen, leiht man es sich einfach aus. Man kann es benutzen, wenn man es braucht und muss dafür weniger zahlen als beim normalen Kauf.
Erfahrt in diesem Artikel mehr über die Share Economy und welchen Leitsätzen Sharing Economy Unternehmen folgen. Zudem zeigen wir euch bekannte Beispiele, die mit diesem Geschäftsmodell sehr erfolgreich geworden sind.
Kostenlose Checkliste für neue UnternehmenDie Sharing Economy (wörtlich: «Wirtschaft des Teilens») beschreibt ein Wirtschaftsmodell, bei dem Güter, Dienstleistungen oder Wissen über Plattformen geteilt, vermietet oder getauscht werden, anstatt sie zu kaufen. Nutzer werden dabei nicht Eigentümer der Produkte, sondern erhalten zeitlich begrenzten Zugang gegen Gebühr oder Gegenleistung. Typische Beispiele sind das Ausleihen von Fahrzeugen, die gemeinsame Nutzung von Wohnraum oder der Austausch von Fachwissen.
Das Prinzip des Teilens existiert seit Langem, doch die digitale Transformation hat es neu definiert. Über Online-Plattformen lassen sich heute Autos, Fahrräder oder Dienstleistungen mit wenigen Klicks mieten oder buchen.
Die Sharing Economy verfolgt eine Vielzahl von Zielen, sowohl aus Sicht der Nutzer als auch der Plattformbetreibenden. Dabei stehen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen im Fokus.
Für Nutzer liegt der Reiz häufig in einem nachhaltigen und bewussten Konsumverhalten und Ressourcenverbrauch. Produkte und Dienstleistungen werden nicht mehr gekauft, sondern geteilt, gemietet oder gebraucht erworben. Das spart Ressourcen und Kosten und ermöglicht es vielen, Zugang zu Dingen zu erhalten, die sie sich sonst vielleicht nicht leisten würden.
Gleichzeitig fördert das Teilen den sozialen Austausch und stärkt Gemeinschaftsgefühle, etwa durch Nachbarschaftsplattformen oder Foodsharing-Angebote.
Für Plattformbetreiber bietet die Sharing Economy vor allem wirtschaftliches Potenzial. Einmal etabliert, lassen sich Plattformmodelle relativ einfach skalieren. Unabhängig davon, ob sie von einigen Hundert oder mehreren Millionen Menschen genutzt werden. Einnahmen entstehen meist durch Transaktionsgebühren, Vermittlungsprovisionen oder bezahlte Zusatzleistungen. Zudem eröffnen sich attraktive Möglichkeiten zur Datennutzung und -analyse, um Angebote gezielt weiterzuentwickeln.
Der Begriff der Sharing Economy findet in den verschiedensten Bereichen Anwendung. Überall dort, wo Gegenstände verkauft, vermietet oder verliehen werden, kann man das Prinzip des Teilens anwenden. Grundsätzlich lassen sich Sharing Economy Modelle in drei verschiedene Kategorien einteilen. Dies sind:
B2B (Business to Business): Im B2B-Bereich stellt ein Unternehmen anderen Unternehmen gewisse Produkte zur Verfügung. Dazu zählt beispielsweise die Vermietung von Geschäftsräumen, die vorübergehende Nutzung von Anlagen oder Geräten, etc.
B2C (Business to Customer): Im B2C Bereich hingegen besitzt ein Unternehmen Güter, welche es an Privatpersonen vermietet oder verleiht. Dies wäre zum Beispiel die Vermietung von Autos oder Wohnungen.
P2P (Peer to Peer): Das P2P, oder auch C2C, Modell beschreibt all jene Situationen, in denen Privatpersonen untereinander Gegenstände tauschen, verkaufen oder verleihen. Mitfahrgelegenheiten (Ride-Sharing), Couchsurfing, Foodsharing oder Secondhand-Plattformen wie Kleiderkreisel wären Beispiele hierfür. Im kleinen Bereich kann es aber auch einfach das Ausleihen einer Bohrmaschine vom Nachbarn sein.
Wenn man sich das Prinzip der Sharing Economy ansieht, merkt man sofort, dass es unglaublich viele Möglichkeiten gibt, wie dieses Modell angewendet werden kann. Dazu möchten wir euch in den nächsten Absätzen bekannte Unternehmen nennen, die mit dem Konzept der Sharing Economy wirklich erfolgreich geworden sind:
Netflix (auf Englisch) ist einer der größten Streaminganbieter weltweit. Nutzer zahlen eine monatliche oder jährliche Gebühr und erhalten dafür Zugang zu Filmen und Serien auf der Plattform.
Das Stichwort ist «Zugang statt Besitz»: Die Inhalte werden nicht gekauft, sondern nur genutzt, solange das Abonnement besteht. Da ein einzelner Film oft mehr kostet als ein Monatsbeitrag, sparen Nutzer mit diesem Modell erheblich.
Auch Airbnb macht sich das Konzept der Sharing Economy zunutze, indem meist private Wohnungen an die Nutzer der Plattform vermittelt werden. Airbnb selbst besitzt keine Wohnungen, sie bieten den Wohnungsbesitzern aber die Möglichkeit, ihre Wohnungen auf der Plattform anzubieten und zu bewerben. Auch in Deutschland ist dieses Modell sehr beliebt.
Bei Airbnb treffen somit Angebot und Nachfrage aufeinander, sprich die Wohnungsanbieter und diejenigen Leute, die kurz- oder mittelfristig eine Übernachtung brauchen. Auch hier findet das Prinzip des Teilens Anwendung und im Falle von Airbnb machen diese Profit mit dem Angebot dieser «Tauschplattform».
Ein weiteres, vor allem in Amerika bekanntes Sharing Economy Unternehmen ist Uber (auf Englisch). Uber selbst ist eine Carsharing-Plattform, die Angebot und Nachfrage zusammenbringt. Im Falle von Uber geht es hier um die Vermittlung von Personenbeförderungen, ähnlich wie Taxis.
Der große Unterschied ist, dass Uber selbst keine Fahrer anstellt, sondern Privatpersonen, die die Beförderungen übernehmen. Wenn man eine Fahrt braucht, kann man einfach über die App einen Fahrer auswählen, danach bekommt man Informationen zum Auto und zur Ankunftszeit.
Nach der absolvierten Fahrt werden die Kosten dann automatisch vom Fahrgast-Konto abgezogen. Auch hier erhält Uber wieder eine Provision durch das Angebot der Internetplattform.
Too Good To Go ist ein weiteres Beispiel für ein erfolgreiches Sharing Economy Unternehmen, welches das Ziel verfolgt, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Über die App können Nutzer überschüssige Lebensmittel von Restaurants, Bäckereien oder Supermärkten retten, die sonst entsorgt würden. Dabei kaufen sie sogenannte Überraschungstüten zu einem stark vergünstigten Preis und holen diese zur angegebenen Zeit vor Ort ab.
Auch hier steht der Zugang im Fokus, nicht der Besitz. Die Nutzer profitieren von günstigen Lebensmitteln, während Betriebe weniger wegwerfen müssen. So verbindet Too Good To Go wirtschaftliches Handeln mit einem klaren Nachhaltigkeitsanspruch.
Geschäftsmodelle der Sharing Economy bieten Vorteile für beide Seiten: Nutzer und Unternehmen. Im Folgenden ein Überblick.
Preis: Wenn man Produkte nur mietet, anstatt sie zu kaufen, spart man sich eine Menge Geld. Man kann also das Sharing Economy Modell nutzen, um preiswerter einzukaufen als bei der Konkurrenz, die noch auf normale Geschäftsmodelle setzt. Eine Fahrt mit Uber beispielsweise ist wesentlich günstiger als ein Taxi auf derselben Strecke.
Nachhaltigkeit: Gerade für Menschen, die sehr auf Nachhaltigkeit achten, können Sharing Economy Unternehmen sehr attraktiv sein. So muss nicht immer alles neu eingekauft werden, stattdessen kann man Güter kurzfristig mieten oder aus zweiter Hand kaufen.
Zugänglichkeit: Setzt man auf Sharing Economy Modelle, besitzt man in den meisten Fällen die Produkte nicht. Dafür kann man sie schnell und einfach genau dann in Anspruch nehmen, wenn man sie braucht. Gerade auf Online-Plattformen lässt sich schnell und einfach zugreifen.
Neue Geschäftsmodelle: Oftmals ist es für neue Unternehmen bzw. Start-Ups schwer, sich mit dem herkömmlichen Geschäftsmodell in einer bereits bestehenden Branche zu etablieren. Durch das Prinzip der Sharing Economy lassen sich diese Branchen mithilfe von neuen Wirtschaftsformen neu aufmischen und man kann auf eine andere Art und Weise eine Menge Kunden erreichen.
Datenzugang: Gerade bei digitalen Diensten bekommt man eine Menge Informationen über die Kunden, deren Kaufverhalten, etc. Diese Daten lassen sich ideal nutzen, um das eigene Angebot zu verbessern oder die Marketingmaßnahmen besser zu gestalten.
Jedoch ist nicht alles positiv an der Sharing Economy. Folgende berechtigte Kritikpunkte gibt es derzeit:
In vielen Fällen wird die gewünschte Nachhaltigkeit mit Sharing Economy Unternehmen nicht erzielt. Zwar wäre Uber eine umweltfreundliche und preiswerte Alternative zu Taxifahrten, jedoch benutzen durch diese App mehr Leute Fahrdienste als zuvor. Dadurch erhöhen sich schlussendlich auch die CO2-Emissionen.
Durch die disruptive Eigenschaft der Sharing Economy Unternehmen werden alte Branchen vertrieben und verdrängt. Das Hotelgewerbe beispielsweise leidet vor allem in Großstädten an dem Geschäftsmodell von Airbnb. Auch das Taxigewerbe leidet viel unter dem Geschäftsmodell von Uber.
Es existieren bisher nur wenige Regulierungen für diese Sharing-Plattformen. Probleme gibt es hier oft auch bei den Anbietern auf dieser Plattform. Sollten die Fahrer von Uber als Mitarbeiter angesehen werden oder nicht? Hier gibt es einfach noch viele Unklarheiten und Grauzonen.
Zudem wird auch oft das Prinzip der Plattformen kritisiert. So bekommen Plattformbetreiber Geld, indem sie Angebot und Nachfrage vereinen. Man spricht hierbei vom Plattformkapitalismus.
Sharing Economy Unternehmen nutzen das Prinzip des Teilens zur Kommerzialisierung. Somit tritt der eigentlich soziale Aspekt oftmals in den Hintergrund.
Ob ein Sharing-Economy-Modell funktioniert, zeigt sich in der operativen Umsetzung. Human-I-T sammelt gebrauchte Elektronik, bereitet sie auf und gibt sie an Menschen weiter, die sich neue Technik nicht leisten können. Die gemeinnützige Organisation koordiniert dabei Abholungen und Aufbereitung für mehr als 700 Spender.
Die Herausforderung: Ohne ein zentrales System war es schwierig, Tausende von Geräten in unterschiedlichen Bearbeitungsstadien zu verfolgen. Anfragen gingen über verschiedene Kanäle ein, Verantwortlichkeiten waren unklar, und der Fortschritt einzelner Spenden ließ sich kaum nachvollziehen.
Mit Asana bildet Human-I-T eine durchgängige Device Renewal Pipeline ab:
Aufgaben für jedes Gerät: Jedes gespendete Gerät wird als eigene Aufgabe erfasst und Verantwortlichen zugewiesen.
Formulare für Anfragen: Community-Partner reichen Anfragen strukturiert ein.
Automatisierte Regeln: Workflows halten die Abläufe in Bewegung.
Dashboards: Alle Beteiligten sehen Status, Auslastung und Engpässe auf einen Blick.
Die Ergebnisse sprechen für sich:
15,1 Millionen Pfund Elektroschrott von Deponien ferngehalten
523.000 Technikprodukte an Menschen mit Bedarf verteilt
110.000 Haushalte mit bezahlbarem Highspeed-Internet verbunden
30.000 Support-Tickets bearbeitet
20 Millionen US-Dollar Umsatz durch Wiederverwendung und Weiterverkauf erzielt
Das Beispiel von Human-I-T zeigt, wie die Sharing Economy über kommerzielle Plattformen hinausgeht: Auch gemeinnützige Organisationen können mit dem Prinzip des Teilens große Wirkung erzielen, wenn die operative Steuerung stimmt.
Wie Human-I-T zeigt, ist eine klare Aufgabenstruktur der Schlüssel zu messbarem Erfolg. Möchtet auch ihr eure Abläufe so strukturieren, könnt ihr mit Asana loslegen und Anfragen, Aufgaben und Zusammenarbeit an einem Ort steuern.
Die Sharing Economy bietet Unternehmen und Nutzern klare Vorteile, von Kosteneinsparungen bis hin zu nachhaltigerem Ressourceneinsatz. Entscheidend für den Erfolg ist eine strukturierte operative Steuerung.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Zugang statt Besitz: Nutzer zahlen für die Nutzung, nicht für den Erwerb.
Drei Modelle: B2B, B2C und P2P decken unterschiedliche Anwendungsfälle ab.
Vorteile für beide Seiten: Nutzer sparen Kosten, Unternehmen erschließen neue Märkte.
Kritische Erfolgsfaktoren: Klare Prozesse, Verantwortlichkeiten und Transparenz.
Wenn ihr Sharing-Abläufe in eurem Unternehmen strukturiert planen und verfolgen möchtet, hilft euch Asana dabei, Anfragen, Aufgaben und Zusammenarbeit an einem Ort zu steuern. Legen Sie jetzt los und gestaltet die Zusammenarbeit in eurem Team effizienter.
Ja, Uber wird der Sharing Economy zugeordnet, weil die Plattform Angebot und Nachfrage für Fahrten zusammenbringt, ohne eigene Fahrzeuge zu besitzen. Allerdings ist das Modell umstritten, da es stärker kommerziell ausgerichtet ist als klassische gemeinschaftliche Sharing-Ansätze.
Sharing-Modelle beschreiben verschiedene Formen des Teilens, Vermietens, Verleihens oder Weitergebens. In der Praxis lassen sie sich meist in B2B-, B2C- und P2P-Modelle einteilen, je nachdem, ob Unternehmen oder Privatpersonen Ressourcen zur Verfügung stellen.
Viele Plattformen verdienen über Transaktionsgebühren, Vermittlungsprovisionen, Abonnements oder bezahlte Zusatzleistungen. Ihr wirtschaftlicher Wert liegt vor allem darin, den Zugang zu Angeboten zu organisieren, Zahlungen abzuwickeln und die Nutzung für beide Seiten einfacher zu machen.
Nicht automatisch, aber sie kann es sein. Nachhaltig wird ein Modell, wenn vorhandene Ressourcen länger genutzt, Leerstände reduziert und zusätzliche Emissionen vermieden werden.
Wenn Sie gemeinsame Abläufe, Anfragen und Ressourcen klar steuern möchten, können Sie mit Asana loslegen.
Bereit, die Zusammenarbeit in Ihrem Team auf das nächste Level zu bringen? Jetzt loslegen und mit Asana strukturiert, transparent und effizient arbeiten.